Stellenwechsel – und ein großes Dankeschön!

Ich möchte euch mitteilen, dass ich zum 1. Januar 2026 eine neue Aufgabe in unserer Nordkirche übernehmen werde: Ich wechsle an das Prediger- und Studienseminar in Ratzeburg und werde dort als Ausbildungsleiter für Gottesdienst und Projektarbeit mit angehenden Pastor:innen arbeiten. Auf diese Aufgabe freue ich mich sehr.

Gleichzeitig bedeutet dieser Schritt auch Abschied – und der fällt mir nach acht Jahren nicht leicht. Wenn ich auf diese Zeit zurückblicke, sehe ich nicht nur Arbeit und Termine, sondern vor allem gemeinsames Leben: viele sehr unterschiedliche Gottesdienste, in denen wir den Alltag, die Feste, Höhenflüge und Tiefenerfahrungen geteilt haben, ich sehe Sommernächte beim Brunnifest und freiwillige Köchinnen und Köche beim Wärmewinter nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine, als viele einfach einen warmen Ort, Begegnung und Halt suchten. Ich denke an die musikalischen Fenster und Abendgebete während der Pandemie, die uns auch auf Distanz verbunden haben. Konfifreizeiten, von denen ich müde und aufgedreht zurückkam; Muskelkater vom Lachen auf Herbstreisen; Krisen, die wir im Team oder mit dem Kirchengemeinderat ausgehalten und bewältigt haben – Personalentscheidungen, Kita-Schließung und viele Kirchenasyle, die wir bewilligt haben und die von Ehrenamtlichen begleitet werden.

Und in mir sind Momente der Seelsorge mit Jung und Alt: Gespräche über Liebeskummer, Trauer, Selbstzweifel, Mut vor dem ersten Schritt, die Härte der Abschiede. Außerdem habe ich so viel Herzlichkeit und Humor mit den Seniorinnen erlebt – bei den Friedensengeln genauso wie bei meinen Besuchen und Gottesdiensten bei pflegen & wohnen in der Thadenstraße. Oft war es ein Lachen, das gutgetan hat, um sich zu erholen von der Last des Alters.

Ein großes Thema über meine gesamte Amtszeit in dieser Gemeinde war für mich die Sanierung der Friedenskirche. Ich habe viel Kraft, Zeit und Herzblut in dieses Projekt gesteckt – in die Planung, in die Abstimmungen mit Denkmalschutz, Architekt:innen, Fachplanenden und mit dem Bauausschuss. Es ist schade, dass ich die Umsetzung in den nächsten Jahren nun verpassen werde. Das macht mich wehmütig – und zugleich dankbar für alles, was wir gemeinsam angeschoben haben. Ich bin sicher: Die Friedenskirche ist baulich, denkmalpflegerisch und organisatorisch in guten Händen. Und ich freue mich über eine Einladung, wenn die Sanierung vollzogen ist.

Ich habe von Menschen in Altona-Ost gelernt, wie wichtig ein konstruktiver, offener Umgang in herausfordernden Situationen und Konflikten ist. Das schätze ich sehr an der Kultur dieser Gemeinde. Im Viertel war es mir ein Anliegen, ansprechbar zu sein und Kirche dort zu leben, wo sie gebraucht wird: von der Lebensmittelausgabe, die wir 2020 ins Leben gerufen haben, bis zu Trauerfeiern für Menschen, die keinen Bezug zum kirchlichen Leben haben, die aber dennoch eine große Sehnsucht nach Trost und Segen in sich tragen.

Für diese acht Jahre möchte ich euch von Herzen Danke sagen: Für Vertrauen und Offenheit. Für die Freiheit, out of the box zu denken und Kirche mutig und kreativ weiterzuentwickeln. Für eure Herzlichkeit, für konstruktive Gespräche und für eure Großzügigkeit in den Reaktionen auf meinen Stellenwechsel. Ich habe mich in dieser Gemeinde immer getragen gefühlt. Die Friedenskirche ist ein besonderer Ort, nicht nur wegen ihrer schönen Lage.

Viele fragen mich bereits, ob ich Hamburg verlassen werde: Nein, ganz sicher nicht. Mein Mann und ich bleiben in Hamburg wohnen – und am liebsten weiterhin hier im Stadtteil oder ganz in der Nähe. Die Friedenskirche und St. Pauli sind uns sehr ans Herz gewachsen.
Bis zum Jahresende bin ich noch da – und ich freue mich sehr darauf, mit euch Advent und Weihnachten zu feiern, bevor ich mich verabschiede. Und: Am 18. Januar 2026 um 10:00 Uhr feiern wir Gottesdienst mit meiner Verabschiedung – du bist herzlich eingeladen.

[Text: Lennart Berndt. Foto: Frank Teltemann.]

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