Über die Kirche

Willkommen in der Kirche St. Johannis

Ein Ort der Begegnung von Kirche und Kultur.

Die markante neogotische Kirche wurde von dem Berliner Stadtplaner und Kirchenbaumeister Johannes Otzen (1839-1911) entworfen. Der gebürtige Schleswig-Holsteiner hatte einen deutschlandweit ausgeschriebenen Wettbewerb für sich entschieden und errichtete von 1868 bis 1973 an der heutigen Max-Brauer-Allee eine vierjochige Backsteinbasilika mit Querschiff in neogotischem Stil. Es ist überhaupt der erste Sakralbau von Johannes Otzen, der insgesamt 22 Kirchen schuf, darunter die Wiesbadener Ringkirche (1892-94), und als der vielleicht bedeutendste Kirchenbaumeister des späten 19. Jahrhunderts gilt.

Die Strebepfeiler und Maßfenster an Lang- und Querhaus sind mit Form- und Glasursteinen gegliedert und lassen die Vorbildwirkung der norddeutschen Backsteingotik erkennen. Die Westfassade wird von dem mehr als 80 Meter hohen Turm überragt, der den ganzen Stadtteil prägt. Im Tympanon über dem Eingang ist eine Christusdarstellung zu sehen, die ebenso von dem Bildhauer Otto Rohloff stammt wie die Sandsteinskulpturen Moses und Johannes der Täufer am Portal.

Im Zweiten Weltkrieg erlitt die Kirche erhebliche Beschädigungen. Die neogotische Innenraumausstattung wurde 1956/57 zugunsten einer damals modern erscheinenden recht nüchternen Gestaltung aufgegeben. Dennoch blieb die Wirkung des Raums, dessen Wände in fein ausgearbeiteten Arkaden, Triforium und Obergaden nach gotischem Muster gegliedert sind, weitgehend erhalten. Später bemühte man sich, den Raum wieder dem ursprünglichen Charakter anzunähern. Statt der verloren gegangenen neogotischen Glasgemäldefenster erhielt die Kirche 1997 jedoch hochmoderne Fenster, die die aus Südkorea stammende Künstlerin Eun Nim Ro gestaltet hat. Im Jahr 1994 hatte ein absichtlich ausgelöster Brand erhebliche Zerstörungen an dem Gebäude zur Folge, vor allem im Bereich des Turms. Völlig zerstört wurde damals die Orgel. Vier Jahre später konnte ein neues Instrument der in Männedorf im Kanton Zürich ansässigen Firma Orgelbau Kuhn eingeweiht werden.

St. Johannis diente im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert auch als Garnisonskirche. 1925 wurde auf dem Vorplatz ein Kriegerdenkmal eingeweiht, das das Architekturbüro Esselmann & Gerntke als 8,5 Meter hohe Stele aus farbig glasierten Terrakotten gestaltet hat. Die Kriegerskulptur schuf der Bildhauer August Henneberger. Stilistisch ist dieses Werk dem Hamburger Backsteinexpressionismus zuzurechnen, inhaltlich diente es der Kriegsverherrlichung und dem nationalistischen Heldenkult. 1996 wurde das Monument durch ein Gegendenkmal ergänzt, das als studentisches Projekt der Fachhochschule Hamburg entstanden ist. Es besteht aus drei gläsernen Tafeln, auf denen der Künstler Rainer Tiedje leidende Menschen dargestellt hat, die den heroischen Gestus des ursprünglichen Denkmals konterkarieren.

Völlig neue Wege ging die Kirchengemeinde Altona-Ost, als sie sich dazu entschloss, St. Johannis kulturell zu nutzen. Dadurch werden seitdem Mittel erwirtschaftet, die zur Erhaltung des denkmalgeschützten Gebäudes erforderlich sind, die aber darüber hinaus auch für die Gemeindearbeit und für diakonische Projekte genutzt werden können. Die dafür gegründete Kulturkirche Altona gGmbH vermietet als Kooperationspartner der Kirchengemeinde das Gebäude für kommerzielle und kulturelle Veranstaltungen. Dabei handelt es sich vor allem um Konzerte, Theatervorführungen und Lesungen, aber auch um private Feiern, Shootings und Filmaufnahmen.     

Hier finden Sie eine Broschüre über die Kirche St.Johannis

Login